Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde!?

Print Friendly, PDF & Email

Der Unterschied zwischen wie und warum.

Die Schöpfungsberichte der Bibel (es gibt zwei!) erzählen uns nicht wie die Welt entstanden ist, sondern „Warum“ sie so ist, wie sie ist.

Im erstes Schöpfungsbericht wird uns erzählt, dass Gott die Welt in sieben Tagen erschaffen hat.
Wenn wir das nun nur vom „Wie“ her lesen, dann fällt die Vielzahl der Widersprüche ins Auge.
Allein die Beschreibung der Welt ist sehr mangelhaft und wird der Welt um uns herum nicht gerecht.
Und doch hat dieser Bericht seinen verdienten Platz ganz vorne in der Bibel, denn er stellt gleich ganz unmissverständlich dar, worum es in der Bibel in seiner ganzen Vielfalt geht:

Dem „Warum“!

  • Warum gibt es die Welt? ==> Das weiß nur Gott! Jedenfalls bleibt er uns eine Antwort auf diese Frage schuldig!
  • Warum gibt es uns? ==> Weil wir die Verantwortung über die Welt von Gott übertragen bekommen haben! ==> Ihr seit frei (alt genug) … also nehmt eure Verantwortung war! Ich misch mich nur noch ein, wenn ihr es wollt.

Der erste Schöpfungsbericht ist darüber hinaus eine polemische Antwort auf den Wissenstand der damaligen Zeit.
Er nahm die damals aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse auf und griff gleichzeitig ihre religiöse Dimension an.

Die Babylonier, die damals die Israeliten erobert haben, sahen in den Sternen Götter (wie auch viele andere Völker).
Der 1. Schöpfungsbericht macht sich über die Anbetung der Sterne als Götter oder Göttlichem lustig und verweist sie auf ihren Platz. ==> Sie sind nur Funzeln, leuchtende Dinger am Himmel, die uns dienen! Sie spenden uns Licht und dienen uns zur Orientierung, aber nur weil Gott sie dazu bestimmt hat. <==

Wir sollen nicht die Sterne anbeten, oder uns nach den Sternen richten, sondern nach dem, der sie geschaffen hat (wie auch immer).
Nur der, der von Gott nichts weiß, ist so unwissend und betet die Sterne an:
Einer, der aber von Gott weiß, soll sich dieser „Dummheit“ nicht mehr hingeben.

In allen Einzelheiten geht es in dem Bericht darum, uns auf das „Warum“ hinzuweisen und aufmerksam zu machen.
Wer den Bericht nur vom „Wie“ her verstehen will, ist nicht mehr als der, der die Sterne anbetet.

Der zweite Schöpfungsbericht, der in Einzelheiten eine andere Entstehung der Welt darstellt, setzt sich ebensowenig mit dem „Wie“ auseinander, sondern wieder geht es um das „Warum“!

  • Auch hier wird als erstes erklärt, warum es die Welt gibt:
    ==> Weil Gott sie schuf (warum auch immer).
  • Und er sagt uns auch, warum es uns gibt:
    ==> Damit wir die Schöpfung (den Garten) pflegen und schützen.
  • Warum gibt es Mann und Frau?
    ==> Wir sind nicht für die Einsamkeit geschaffen, sondern für die Gemeinschaft.
  • Das Idealbild für eine schöpferische Gemeinschaft ist die Beziehung zwischen Mann und Frau, die in der Liebe zueinander ein Leib werden und so schöpferische Qualität bekommt.
  • In der von Liebe geprägten Beziehung zueinander entsteht eine Einheit.
    (Hier wird die kleinste Einheit der Gemeinschaft beschrieben und mehrmals steht sie in der Bibel als Bild für die Beziehung zwischen Gott und uns.)
  • In schöner verständlicher Form, wird uns im weiteren Verlauf erzählt,
    warum wir Kleider tragen,
    warum wir der Versuchung immer wieder erliegen,
    warum es Mord und Totschlag gibt,
    warum wir stets nach Höherem streben.
  • Die Antwort:
    Vielleicht, weil wir Gott gleich sein wollen!
    Sein wie Gott!

Und damit fangen unsere Probleme mit der Welt und den Konflikten untereinander an.
Warum gibt es so viel Leid und Elend in der Welt?
Vielleicht, weil wir unserer Verantwortung nicht nachkommen, unsere eigentliche Bestimmung außer Acht lassen und lieber mehr Macht,
mehr Kontrolle,
mehr Einfluss,
mehr… mehr… mehr… haben wollen.

Was können wir machen?

Lebt in geschwisterlicher Liebe.
Betrachtet jeden, als wäre es Euer Bruder oder Eure Schwester.

Euer liebevolle Umgang soll sich aber nicht nur auf Eure Mitmenschen begrenzen!

Da Gott alles geschaffen hat, so gilt Eure liebevolle Fürsorge allem, was Euch umgibt.
So ein liebevoller Umgang mit Eurer Umwelt kostet Kraft, doch alle Kraft die Ihr dazu braucht, bekommt Ihr geschenkt.

Rechnet mit Gott und nehmt Eure Verantwortung für die Welt an!

Das heißt für uns Christen:
Orientiert euch am Leben Jesus. Seid seine „Nachfolger*innen“!

Ulrich Bohlken | 19.05.2013