02-Gefesselt

Wir lieben die Freiheit. 
Frei sein – sich frei bewegen, frei denken und frei reden, frei entscheiden. 
Wir wollen ohne Zwänge leben.

Wehe, wenn unsere Freiheit eingeschränkt wird.
Aber es kann sein, dass wir plötzlich merken: Wir sind nicht frei. 

Andere bestimmen über uns. Wir leben in Zwängen. 
Wir legen uns selbst Fesseln an. 

Gefangen von unseren Wünschen, gefangen von der Reklame, gefangen von der Freiheit. 
Gefangen in Strukturen, gefangen in Vorschriften, 

Wir würden am liebsten alle Fesseln, alle Zwänge abwerfen – aber es geht nicht. 

Noch während Jesus das sagte, kam ein Trupp von Männern, voran Judas, einer von den Zwölf*. Er ging auf Jesus zu und wollte ihm den Begrüssungskuss geben.
Aber Jesus sagte zu ihm: »Judas, mit einem Kuss willst du den Menschensohn* verraten?«
Sie nahmen Jesus fest, führten ihn ab und brachten ihn in das Haus des Obersten Priesters 

Er ließ sich fangen. 
Er ließ sich binden. 
Er ließ sich in Ketten legen. 

Da war keine blinde Wut gegen die Häscher, keine Gewalt, keine Aggression. 

Jesus blieb stehen. 
Jesus blieb freiwillig. 
Jesus blieb frei. 

Jesus fügte sich, aber da war kein Anbiedern, da war kein Klein-Beigeben. 
Jesus fügt sich in die Fesseln, er fügt sich in den Willen des Vaters. 

Wir werden leben, überleben,
die Fesseln überleben, 
trotz Fesseln weiterleben.
Leben ist Freiheit, 
Freiheit aus dem Geist, 
Geist vom Geiste Jesu.

Jesus unser Bruder 
schenk uns deinen Geist

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