Jona

Print Friendly, PDF & Email

jonaSein Auftrag passt ihm nicht. Er soll einer Stadt Gottes Strafe ankündigen.
Die haben die Leute dort auch verdient. Findet Jona.
Aber er kennt Gott: Der lenkt sowieso wieder ein. Da macht er nicht mit.
Gott soll nicht barmherzig sein.

Deshalb haut Jona ab. Per Schiff Richtung Spanien.

Als ob man vor Gott weglaufen könnte.
Und Gott greift ein. Mit einem Orkan. Eine Seefahrt, die gar nicht lustig ist. Des Schiff bricht fast auseinander.
Die Besatzung schmeißt Jona über Bord. Und schon ist der Sturm vorbei.
Soll Gott jetzt barmherzig sein?

Ein Walfisch schluckt Jona in einem Stück.
Jona dämmert, dass dies ein Wunder ist. Und sitzt im Fischbauch und singt.
Der Fisch findet ihn unverdaulich. Spuckt ihn an den Strand.
Gott ist wirklich barmherzig.

Diesmal führt Jona den Auftrag aus. Verkündet Gottes Strafe.
Die Leute tun Buße in Sack und Asche. Und Gott vergibt ihnen.

Und Jona ist sauer. Er hat’s ja gewusst.
Wünscht sich, er wär‘ tot.
Nur weil Gott barmherzig ist.

Jona setzt sich vor die Stadt und schmollt.
Gott lässt einen Rizinusstrauch wachsen, damit er Schatten hat.
Jona freut sich.
Diese Barmherzigkeit akzeptiert er.

Nachts schickt Gott einen Wurm. Der nagt die Strauchwurzeln an.
Der Rizinus geht ein. Morgens bläst ein heißer Wind.
Jona gerät ins Schwitzen. Er ist schon wieder sauer.
Und wünscht sich, er wär‘ tot. Er hat nichts kapiert.
Er will nur Barmherzigkeit für sich. Die anderen sind ihm egal.

Doch Gottes Barmherzigkeit gilt allen Menschen. Überall.

aus: Facts-Kalender | Text: Gunhild Aiyub