Meine Eltern sind in einem schwierigen Alter

Planspiele dienen dazu, besondere Konfliktsituationen als Rollenspiel zu durchleben. Durch das Hineinversetzen in eine bestimmte Rolle soll Verständnis geweckt und, wenn möglich, Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt werden. Den Teilnehmer*innen eines Planspiels fällt es leichter, sich spielerisch mit der Situation auseinanderzusetzen, als sich rein verbal in einer Diskussionsrunde zu beteiligen.

Vorbemerkung:
Das folgende Planspiel wurde auf einer Sommerfreizeit mit 13-15jährigen Jungen und Mädchen mit Erfolg durchgeführt.

„Also ehrlich manchmal verstehe ich meine alten Herrschaften nicht. Manchmal könnte man glatt meinen, die kämen direkt vom Mond oder so. Was die für Vorstellungen haben! Und einen Geschmack bei Musik und bei Kleidung und so.“ So oder ähnlich empfinden oft Jugendliche.

Den Jugendlichen diese ganz alltägliche Problematik aus den verschiedenen Blickwinkeln zu verdeutlichen und Lösungsmöglichkeiten durchzuspielen, ist Sinn des Spiels. Außerdem haben wir die Erfahrung gemacht, dass dieses Planspiel ein Auslöser für intensive Gespräche in Kleingruppen sein kann.

Der Titel „Meine Eltern sind in einem schwierigen Alter“ ist dem gleichnamigen Buch von Klaus Eickhoff, Brockhaus-Verlag entliehen. Das Buch war uns bei der Vorbereitung eine große Hilfe und sei allen, die sich ausführlicher mit der Problematik beschäftigen wollen, wärmstens ans Herz gelegt.

Die Situation:
Das Ehepaar Müller Lüdenscheid hat eine 14jährige Tochter, die Ute.
Utes Hobbys sind Reitsport und Musikhören.
Der Vater, Gerhard, ist Inhaber einer Firma mit 200 Angestellten; die Mutter, Marianne, ist „Nur Hausfrau“. Der Vater möchte, dass Ute eines Tages die Firma übernimmt; deshalb soll sie Betriebswirtschaftslehre (BWL) und Informatik studieren. In der letzten Zeit gab es hin und wieder Reibereien zwischen Eltern und Tochter, weil Ute die Schule „schleifen“ lässt und ihre „häuslichen Pflichten“ vernachlässigt.

Gerhard: „Unsere Tochter Ute hat nur noch ihren Reitsport im Kopf, und außerdem hört sie den ganzen Tag diese komische Busch Musik und sie färbt sich die Haare“.

Ute ist ein Fan von „eine Aktuelle Band/Sänger*in“.
Mit ihrer Clique (Tim, Toni und Mareike, Utes beste Freundin) hat sie einen Fanclub gegründet. Um die Musik kaufen zu können, muss sie sich einschränken, weil sie nur 20 € pro Monat Taschengeld bekommt. Sie hat zur Zeit absolut keinen Bock auf Schule, aber ihre Eltern kontrollieren immer noch ihre Hausaufgaben.
Ute hat einen Freund! Stefan, 18 Jahre alt, eigenes Auto, kommt aus gutem Hause, 2 x sitzen geblieben, sehr liebe und verständnisvoll, spielt E Gitarre in der Schulband. Sie sind schon seit zwei Monaten zusammen, müssen sich aber heimlich treffen, da Utes Eltern um Himmels Willen nichts davon erfahren dürfen. Es ist für beide die große Liebe.

Utes Klassenlehrer, Oberstudienrat Hoppenstedt, ist 52 Jahre alt und ledig. Er trägt ausschließlich graue Anzüge und hört gerne Volksmusik. Er unterrichtet in den Fächern Deutsch, Mathe und Religion.
Die Schülerin Ute Müller Lüdenscheid würde er wie folgt charakterisieren: Desinteressiert, stark versetzungsgefährdet, schlampiges Aussehen, gähnt sogar im Religionsunterricht, knutscht in der Pause immer mit einem älteren Schüler in einer Ecke des Schulhofs.

Folgende Gruppen kommen in diesem Planspiel vor:
Die Eltern Müller Lüdenscheidt
Die Tochter Ute
Die Clique (Tim, Toni, Mareike)
Der Lehrer Oberstudienrat Hoppenstedt
Der Freund Stefan

Bei der Einteilung der Gruppen ist unbedingt darauf zu achten, dass die Eltern nichts von Stefan, dem Freund, erfahren. Also die Gruppe der Eltern als erste einteilen und in ihren Raum schicken.

Gruppe: Eltern
Situation:
Das Ehepaar Müller Lüdenscheid hat eine 14jährige Tochter, Ute. Utes Hobbys sind Reitsport und Musikhören.
Der Vater, Gerhard, ist Inhaber einer Firma mit 200 Angestellten; die Mutter, Marianne, ist „Nur Hausfrau“. Der Vater möchte, dass Ute eines Tages die Firma übernimmt; deshalb soll die Betriebswirtschaftslehre (BWL) und Informatik studieren.
In der letzten Zeit gab es hin und wieder Reibereien zwischen Eltern und Tochter, weil Ute die Schule „schleifen“ lässt und ihre häuslichen Pflichten vernachlässigt.

Gerhard: „Unsere Tochter Ute hat nur noch ihren Reitsport im Kopf, und außerdem hört sie den ganzen Tag diese komische Busch Musik und sie färbt sich die Haare“.

Aufgabe:
Brief an Tochter Ute: Wenn sie sich nicht bessert, bekommt sie Hausarrest!

Gruppe: Tochter
Situation:
Das Ehepaar Müller Lüdenscheid hat eine 14jährige Tochter, Ute. Utes Hobbys sind Reitsport und Musikhören. Der Vater, Gerhard, ist Inhaber einer Firma mit 200 Angestellten; die Mutter, Marianne, ist „Nur Hausfrau“. Der Vater möchte, dass Ute eines Tages die Firma übernimmt; deshalb soll sie Betriebswirtschaftslehre (BWL) und Informatik studieren.
In der letzten Zeit gab es hin und wieder Reibereien zwischen Eltern und Tochter, weil Ute die Schule „schleifen“ lässt und ihre häuslichen Pflichten vernachlässigt.
Ute ist ein Fan von „eine aktuelle Band/Sänger*in“. Mit ihrer Clique hat sie einen Fanclub gegründet. Um die Musik kaufen zu können, muss sie sich einschränken, weil sie nur 20 € pro Monat Taschengeld bekommt.
Sie hat zur Zeit absolut keinen Bock auf Schule, aber ihre Eltern kontrollieren immer noch ihre Hausaufgaben.
Ute hat einen Freund! Stefan, 18 Jahre alt, eigenes Auto, kommt aus gutem Hause, 2 x sitzen geblieben, sehr liebe und verständnisvoll, spielt E Gitarre in der Schulband. Sie sind schon seit 2 Monaten zusammen, müssen sich aber heimlich treffen, da Utes Eltern um Himmels Willen nichts davon erfahren dürfen.

Aufgabe:
Brief an Freund Stefan: Ute hat Probleme in der Schule. Sie befürchtet sitzen zubleiben.

Gruppe: Freund
Situation:
Das Ehepaar Müller Lüdenscheid hat eine 14jährige Tochter, die Ute. Utes Hobbys sind Reiten und Musikhören. Der Vater, Gerhard, ist Inhaber einer Firma mit 200 Angestellten; die Mutter, Marianne, ist „Nur Hausfrau“. Der Vater möchte, dass Ute eines Tages die Firma übernimmt; deshalb soll sie Betriebswirtschaftslehre (BWL) und Informatik studieren. In der letzten Zeit gab es hin und wieder Reibereien zwischen Eltern und Tochter, weil Ute die Schule „schleifen“ lässt und ihre häuslichen Pflichten vernachlässigt.

Der Freund, Stefan, ist 18 Jahre alt und hat schon ein eigenes Auto, da seine Eltern gut bemittelt sind.
Stefan ist schon 2 x sitzen geblieben. Er spielt E Gitarre in der Schulband.
Mit Ute ist er seit 2 Monaten zusammen, aber sie müssen sich heimlich treffen, da Utes Eltern um Himmels Willen nichts davon erfahren dürfen. Es ist für beide die große Liebe.

Aufgabe:
Brief an Freundeskreis: Probleme mit den Eltern von Ute; Heimlichtuerei vor den Eltern.

Gruppe: Freundeskreis
Situation:
Das Ehepaar Müller Lüdenscheid hat eine 14jährige Tochter, die Ute. Utes Hobbys sind Reitsport und Musikhören. Der Vater, Gerhard ist Inhaber einer Firma mit 200 Angestellten; die Mutter, Marianne ist Nur Hausfrau“. Der Vater möchte, dass Ute eines Tages die Firma übernimmt; deshalb soll sie Betriebswirtschaftslehre (BWL) und Informatik studieren. In der letzten Zeit gab es hin und wieder Reibereien zwischen Eltern und Tochter, weil Ute die Schule „schleifen“ lässt und ihre häuslichen Pflichten vernachlässigt.

Tim, Toni und Mareike (Utes beste Freundin). Sie haben mit Ute zusammen einen „aktuelle Band/Sänger*in“ Fanclub gegründet. Utes Freund, Stefan kennen sie und finden ihn in Ordnung.

Aufgabe:
Brief an Ute: Einladung zu einer Fete am Wochenende. (Tims Eltern sind nicht zu Hause).

Gruppe: Lehrer
Situation:
Das Ehepaar Müller Lüdenscheid hat eine 14jährige Tochter, die Ute. Der Vater, Gerhard, ist Inhaber einer Firma mit 200 Angestellten; die Mutter, Marianne, ist „NurHausfrau“.
Der Lehrer, Oberstudienrat Hoppenstedt, ist 52 Jahre alt und ledig. Er trägt ausschließlich graue Anzüge und hört gern Volksmusik. Er unterrichtet in den Fächern Deutsch, Mathe und Religion.
Die Schülerin Ute Müller Lüdenscheid würde er wie folgt charakterisieren:
Desinteressiert, versetzungsgefährdet, schlampiges Aussehen, gähnt im Rellgionsunterricht, knutscht in der Pause immer mit einem älteren Schüler in einer Ecke des Schulhofs.

Aufgabe:
Brief an die Eltern: Blauer Brief, Ute versetzungsgefährdet, mit Bitte um ein (schriftliches) Gespräch.
Wichtig: Erst in einem Gespräch den Freund erwähnen!

Eine sechste Gruppe „Pfarrer“ wurde von uns Mitspielern gespielt, um das Spiel weiter in Gang zu halten, wenn sich Eltern und Tochter zu schnell einig waren. Durch diese Möglichkeit des Eingriffs ins Spielgeschehen konnten wir noch manchen Gesichtspunkt ins Spiel bringen, bzw. Fehlentwicklungen vermeiden.

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