Die Reise durch den Kontinent der Farben

Ein*e König*in, sendet einzelne Untertanen durch den Kontinent der Farben, wo sie Aufgaben und Herausforderungen bestehen müssen.
Die Spielleitung (i.d.R. der*die Königin*in) braucht ein bisschen Papier, Tonkarton, Tücher und Schminke in den Farben, die sie für die Gruppen aussucht, Stifte und sonstige Dekoration. Aber eigentlich lebt das Spiel auch in erheblichem Maße davon, dass die Teilnehmer*innen das komplette Haus plündern und Sachen in den richtigen Farben zusammenschleppen und gegenseitig Klamotten tauschen.

Die Teilnehmer*innen werden in Kleingruppen eingeteilt, denen jeweils eine eigene Farbe zugeteilt wird.
Erprobt sind Fünfergruppen in gelb, blau, rot, violett, grün, orange, weiß und schwarz. Violett wird leicht mit rosa verwechselt,  wohingegen orange unspektakulär werden kann. Die Spielleitung sollte für sich klären, ob sie es weglassen möchte.
Weiß und Schwarz sind zwar keine Farben im eigentlichen Sinne, haben aber starke Symbolkraft und meistens hat man Sachen davon dabei. Sie können auch gut kombiniert werden. Insgesamt ist also mit fünf bis acht Gruppen zu rechnen. Achtung, natürlich muss bei mehr Gruppen auch mehr Zeit für die Reise selbst eingeplant werden!

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Die Gruppen sollten sich nicht vor der eigentlichen Reise gegenseitig besuchen. Deswegen sollte explizit darauf hingewiesen werden, dass die Gelegenheit zum Besuch aller anderen Länder am Ende kommen wird. Es sollte aber auch darauf geachtet werden, dass zwischen den Aufgaben nicht zu viel „Luft“ entsteht.

Jede Gruppe muss einen mehr oder weniger abgeschlossenen Raum zur Verfügung haben, die ungefähr gleich groß sein sollten. Im Notfall geht auch ein Flur, wenn nicht dauernd jemand durch muss.

Die Spielleitung schickt die Leute gruppenweise in die vorher ausgesuchten Räume und gibt ihnen die erste Aufgabe mit auf den Weg: „Verwandelt euren Raum und Euch selbst in ein Land , in dem es nur ihre Farbe gibt.“
Dies ist erfahrungsgemäß bereits die längste Aufgabe und sollte mit mindestens 20 Minuten kalkuliert werden. Für alle weiteren Aufgaben reichen 5-10 Minuten.

Die zweite Aufgabe, die erst gestellt wird, nachdem der erste Teil erledigt ist, lautet: „Sucht einen Namen für Euer Land aus und überlegt, welche Staatsform ihr habt“.
Der Name sollte dann auf einem Willkommensschild am Eingang (Grenzübergang) sichtbar sein. Die Staatsform kann bei den folgenden Aufgaben eine Rolle spielen und sollte zumindest im weiteren Verlauf erkennbar sein. Eine Alternative zur Staatsform wäre eine Staatsreligion.

Dritte Aufgabe:
„Überlegt euch eine besondere Eigenschaft oder Marotte, die typisch für eure Einwohner*innen ist (manche grinsen ununterbrochen, andere humpeln, sprechen nur in Reimen oder singen…)“.

Vierte Aufgabe:
„Überlegt euch spezielle Arten von Begrüßung und Verabschiedung, die in eurem Land gute Sitte oder sogar vorgeschrieben ist (z.B. laut Anlachen, den Fuß streicheln, den **** zeigen, dezent verbeugen, Nationalhymne singen, den König anbeten)“.

Fünfte Aufgabe:
„Überlegt euch eine Aufgabe, die Gäste in Eurem Land lösen sollen (z.B. Lieder singen, Kopfstand machen, halt was, was sich auch lösen lässt)“.

Dann kommt die komplizierteste Phase:
Die Spielleitung muss sich (im Voraus!) ein System ausdenken, nach dem jede Gruppe jede andere einmal besucht, so dass auch jede Gruppe jede Aufgabe gelöst hat. Für gelöste Aufgaben gibt es einen Schminkfleck in der Farbe des besuchten Landes ins Gesicht. Hilfreich sind eine Glocke oder Trillerpfeife, die darauf hinweist, dass die Gruppen jetzt tauschen müssen.

Wenn jede*r von jedem einen Schminkfleck im Gesicht hat, beginnt das Fest auf dem Kontinent der Farben, denn der*die Königin ist davon begeistert, dass jetzt jeder alle Farben im Gesicht hat und schmeißt deshalb eine Party oder einen Staatsempfang im Palast der Farben.

Matthias Bruns, 2009

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