Hände können fassen und auch wieder lassen

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… so die erste Zeile eines Liedes in unserem Krabbelgottesdienst.

Unser Leben ist ein ständiges Wechselspiel zwischen FASSEN und los-LASSEN; meistens ganz natürlich und selbstverständlich. Durch Greifen und Berühren lernen schon die Kleinsten ihre Umwelt kennen. Das AnFASSEN spielt eine elementare Rolle beim Lernen und Be-greifen. Festhalten, „Meins!“ und auch wieder abgeben können, mit anderen teilen, sind wichtige Erfahrungen im Umgang miteinander.
Unsre Hände können unsere Kinder dabei unterstützen, ihnen Halt, Geborgenheit und Sicherheit geben.
Eine wichtige Stütze für die Entwicklung der Kinder.
Doch auch unsre Hilfe, unser Schutz hat Grenzen. Wir können nicht immer und überall bei unseren Kindern sein, sie vor allen Gefahren und schlechten Erfahrungen bewahren. Mit dieser Begrenztheit müssen wir leben.
Wie gut, dass wir das nicht alleine aushalten müssen.
Gott hat uns zugesagt, dass er seine Hand schützend über die Welt hält.
Gottes Name ist „Jahwe“. Das heißt übersetzt „Ich bin da“. Dieser Name ist ein festes Versprechen an alle Menschen:
„Ich bin da, ich gehe mit dir, hab keine Angst, du bist nicht allein!“
Auch wir Eltern benutzen diese Worte oft zum Trost oder zur Beruhigung unsrer Kinder.
Gott bietet sich an als verläßlicher Weggefährte. Im Gebet dürfen wir ihm all unsre Sorgen anvertrauen. Gerade da, wo wir unsre Kinder los-LASSEN, Kontrolle abgeben, sie selbständig werden LASSEN, dürfen wir Gott um seinen Beistand und Schutz bitten. Zu Angst und Sorge mischen sich dann Zuversicht und Neugierde auf das, was kommen mag.

ein Gebet:

Gott, schenke mir Hände.
Hände, die halten ohne zu klammern
Hände, die schützen ohne zu unterdrücken
Hände, die begleiten ohne zu zerren
Hände, die geben ohne zu fordern

Gott, ich möchte
alles aus deiner Hand nehmen,
alles in deine Hand legen

Amen

Hier das Lied:
Haende-fassen

Sandra Bohlken | 2006